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Ausgangspunkt der hier vorgestellten Lektüre von Jenseits des Lustprinzips ist eine aktuell geführte Debatte zwischen Vertreterinnen und Vertretern der (neo-)kleinianischen und der Laplancheschen Schule um die theoretische und klinische Bedeutung des Todestriebs. Eine genaue Lektüre der Freudschen Schrift soll helfen, die hier aufgeworfenen Fragen zu klären. Noch bevor Freud den Wiederholungszwang und den Todestrieb in den Text expressis verbis einführt, wirkt dieser vorgängig und performativ auf der textuellen Ebene (Derrida). Die insistierende Wiederholung von Argumenten, die das Lustprinzip bestätigen, führt gleichzeitig dazu, dass das Lustprinzip in Frage gestellt und von innen heraus ausgehöhlt wird. Freud zeigt, dass es jenseits Bedeutung schaffender Wiederholungsvorgänge einen Wiederholungszwang gibt, der nicht durch das Lustprinzip reguliert wird und die psychoanalytische Klinik an ihre Grenzen bringt. Dies führt Freud zu einer immer stärkeren Betonung primär und aktiv destruktiver psychischer Prozesse. Mit Freud können wir darüber hinaus verstehen, dass in die Lust selbst eine Spannung von Begrenzung und Entbindung eingetragen ist, die sie zwischen Lebenstrieb und Todestrieb platziert. Reine Lust, Lust ohne Ende, führt gerade zu einem Ende der Lust und erweist sich als ein radikal destruktives Prinzip. Nur eine Begrenzung der eigenen omnipotenten und destruktiven Lust im Rahmen der depressiven Position macht Lust überhaupt dauerhaft möglich.