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Einer der wichtigsten Forschungsschwerpunkte in der Psychotherapie beschäftigt sich zur Zeit damit, wie der immense Einfluss früher Lebensereignisse zustande kommt und Auswirkungen auf die gesamte seelische und sogar körperliche Entwicklung haben kann. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die affektiven Erfahrungen mit den ersten Bezugspersonen sowie die Frage, wie man den gegebenenfalls negativen Einflüssen aus dieser Lebensphase therapeutisch begegnen kann.
Das 1997 am Londoner Anna Freud Centre gegründete und von Tessa Baradon geleitete »Parent-Infant Project« widmet sich in vielschichtiger Weise diesem Problem, indem es nicht nur belasteten jungen Familien Hilfen anbietet, sondern auch Ausbildung für Fachkräfte sowie Forschungsprojekte durchführt.
Die Grundlagen der psychotherapeutischen Arbeit wurden 2005 unter dem Titel The Practice of Psychoanalytic Parent-Infant Psychotherapy: Claiming the Baby publiziert und liegen nun seit 2011 in einer Übersetzung von Maren Klostermann vor. Die Autorinnen - erfahrene Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen und -analytikerinnen sowie Gruppenpsychotherapeutinnen - möchten mit ihren Beiträgen ein psychoanalytisch und bindungstheoretisch fundiertes Modell früher Hilfen vorstellen, das auf die Stärkung der elterlichen Beziehungskompetenz und die dadurch geförderte kindliche Entwicklung abzielt und in dem der Säugling als aktiver und kreativer Partner in der Therapie gesehen wird.
Das Buch gliedert sich in drei Teile: Im ersten Teil wird der theoretische Rahmen abgesteckt, im zweiten veranschaulichen Darstellungen den therapeutischen Prozess, ergänzt durch klinische Aufsätze im dritten Teil des Buches. Die konzeptuellen und behandlungstechnischen Grundlagen des Modells der Eltern-Säuglings-Psychotherapie sind - so die Autorinnen - im Wesentlichen psychoanalytisch orientiert und betonen die zentrale Bedeutung unbewusster Prozesse für das seelische Erleben. Die beschriebenen unbewussten Prozesse werden außerdem aus dem Blickwinkel b