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Im ersten Teil wird an die frühe klinische Theorie von Freud aus der Mitte der neunziger Jahre erinnert, in der die Sexualität einen zentralen Stellenwert im Verständnis der Ätiologie seelischer Störungen und psychischer Struktur innehatte. Doch schon bei Freud und erst recht im Rahmen der Auseinanderent-wicklung der Psychotherapie in ganz verschiedene Ansätze bis in die Gegenwart zeigt sich ein Verschwinden der Bedeutung der Sexualität für Theorie und Technik. Innerhalb der Psychoanalyse wird diese Entwicklung anhand einer bibliographischen Untersuchung zur englischsprachigen psychoanalytischen Literatur von 1920-2002 und einer sozialwissenschaftlichen zu psychoanalytischen Psychotherapeuten beschrieben. Der zweite Teil versucht, dies verständlich zu machen und geht von der Spannung zwischen der Grundregel, über alles - also auch über Sexuelles - zu sprechen, und dem Bedürfnis nach Intimität aus. Dazu wird eine psychoanalytische Skizze zur Intimität entworfen. Anschließend werden mit Hilfe von Konzepten aus der Theory of Mind-Theorie und der Regulierungstheorie von Ulrich Moser das strukturell bedingt verschiedene Verständnis des sexuellen Erinnerns, Phantasierens, Wünschens und Empfindens in den Stunden von Patienten mit einer Frühen Störung und von Patienten mit einer neurotischen Störung und dessen Folgen für die Therapie ausgearbeitet. Dabei zeigt sich, dass der repräsentationalen Mentalisierung und Regulierung der Sexualität zur Psycho-Sexualität in der Adoleszenz für die gesamte weitere psychische Entwicklung und Funktionsweise eine zentrale Bedeutung zukommt, unabhängig vom sexuellen Leben, das ein Erwachsener später führt.