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Mit der Führungsrolle, die das elektronische Medium für sämtliche Materialisationen der Kultur übernommen hat, geraten die gewohnten Grenzen von sexuell/nicht-sexuell auf eine ganz ähnliche Weise in Bewegung wie die Grenzen von Kunst und Nicht-Kunst. In diesem Essay wird der Versuch unternommen, die kulturellen Tendenzen und Erscheinungen, die im populären wie im wissenschaftlichen Diskurs mit den Stichworten Cybersex und virtuelle Sexualität benannt werden, in dem Begriff der Figuration der sexuellen Grenze zu verklammern. Dieser Begriff lehnt sich bewusst an den kunstwissenschaftlichen Begriff der ästhetischen Grenze an. Damit wird unterstrichen, dass die Ausdrucksgestalten der gegenwärtigen Sexualkultur und die Ausdrucksgestalten der Gegenwartskunst eine gemeinsame Schnittmenge aufweisen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Ästhetik der gläsernen Oberfläche: Mit dem Bildschirm (TV, Ableitungen des PC: Internet, iPad usw.) ging zum ersten Mal seit dem 14. Jahrhundert wieder ein Bildträger kulturell in Führung, der das Bild von außen aus dem Raum, leuchtend, strahlend zu uns kommen lässt.