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Helmut Thomä in Dankbarkeit
In ihrem Bericht über eine mehr als zehnjährige Analyse fragt Edna O'Shaughnessy, ob ihr Patient Herr B. »eine wirkliche Chance gehabt hätte« und die »Möglichkeit eines erfüllteren Lebens und besserer Kontakte [nicht] aufgegeben hätte», wenn sie nach einem anderen als dem kleinianischen Ansatz vorgegangen wäre (S. 556). Wer eine Antwort durch »verschiedene theoretische Perspektiven und behandlungstechnische Optionen« (S. 545) im Kommentar von Heinz Weiß erwartet, wird enttäuscht. Weiß übergeht ihre Frage, wie sie zuvor die des Patienten zur angewandten »Methode« übergangen hat (S. 552f.). Vorbereitet wird das erneute Übergehen durch Claudia Frank. In ihren einführenden Überlegungen zitiert sie zwar Rosenfeld:
«Ich glaube, dass solche Sackgassen häufig durch die Reaktionen und die Antworten des Therapeuten auf die Mitteilungen des Patienten hervorgerufen werden, und dass sie sich vermeiden lassen, wenn man sorgfältig darauf achtet, was der Patient sagt« (Rosenfeld 1997, S. 3f.).
Seinen Ansatz aber lehnt sie als zu einseitige Fokussierung auf Fehler ab (Frank et al., S. 548).
Rosenfeld illustriert verschiedene, zum Teil folgenschwere antitherapeutische Faktoren wie die Tendenz, »zeitlich unpassende und vage Deutungen zu geben« (1997, S. 43), oder solche, »die dem Patienten als anklagend oder überichhaft vorkommen« (S. 55), oder
«in einer bestimmten Denkweise steckenzubleiben, die im Grunde Nichtdenken bedeutet. Das führt beispielsweise dazu, überall dort Neid zu erdeuten, wo etwas ganz anderes vordringlich ist. Die ständige Deutung einer Wochenend- oder Trennungsangst an den Stellen, wo es für den Patienten um Existenz oder Nichtexistenz des Analytikers in der Analysestunde geht, ist ein weiteres Beispiel dafür« (S. 56).
In jedem Patienten stecke ein »gesunderer, psychisch intakter Anteil« (ebd.), der oft bemerkenswerte Versuche unternehme, um auf mangelndes Verständnis hinzuweisen (S. 40f.). Seien Analytiker dafür unsensibel, bestehe die Gefahr