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EMDR sei, so die Autoren, entgegen Francine Shapiros Selbsteinschätzung kein Paradigmenwechsel in der Psychotherapie, sondern ein Eklektizismus aus Elementen der Schule Freuds, des Behaviorismus, des Mesmerismus und der Esoterik. Eine auffällige Kombination mechanischer und optischer Metaphorik verweise auf die Tradition frühneuzeitlicher Gedächtnislehre. Während es dieser »ars memorativa« um mechanische Gedächtnisoptimierung ging, gehe es ihrer modernen Wiedergängerin um mechanische Löschung traumatischer Gedächtnisinhalte. Als solche »ars oblivationis« sei EMDR eher in kultureller Tradition als in wissenschaftlicher Methode begründet. Bei aller Vehemenz der behaupteten paradigmatischen Ablösung Freuds zeige Shapiros Konzept Merkmale einer »Imitatio Freudi« (Bloom), die das abzulösende Paradigma durch Nachahmung bestätigen.