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In der Arbeit wird versucht, aus den strukturellen Eigenarten des Witzes, wie Freud sie 1905 beschrieben hat, Ansätze einer psychoanalytischen Aisthesis im Sinne der philosophischen Ästhetik Alexander G. Baumgartens (1750) zu gewinnen und sie mit neueren psychoanalytischen Überlegungen zu frühen Formen des Erlebens (Ogden), die sich in der vorsemantischen »Semiosis« (Kristeva) niederschlagen, neueren Überlegungen zur Entstehung des Triebs (Laplanche, Müller-Pozzi) sowie der philosophischen Ästhetik von Adorno, Danto und Sontag anzureichern. Die Form des Kunstwerks wird als der eigentliche Bedeutungsträger ausgemacht, wobei der Metaphorizität (Kristeva) allen künstlerischen Ausdrucks und Sprechens eine zentrale, sowohl poetologische als auch psychoanalytische und psychosoziale Bedeutung zukommt. Das unabschließbare ästhetische Übertragungsgeschehen, in das sowohl das Kunstwerk als auch der Rezipient und seine Deutungsversuche eingebettet sind und das sich im intermediären Raum zwischen sensitiver und kognitiver Wahrnehmung und Erkenntnis bewegt, wird durch den suspensiven Modus einer Ästhetik des Erscheinens (Seel), in der das Unbewusste sich zeigt, um immer wieder sich zu entziehen, allererst in Gang gesetzt.