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Die Kunsthistorikerin Bettina Gockel konstatierte 2010 in ihrer komparativen Studie Die Pathologisierung des Künstlers, die 1980er und 1990er Jahre seien der »Höhepunkt der methodischen Anwendung der Psychoanalyse in der Kunst-, Kultur- und Literaturwissenschaft« gewesen. Mit dem Untertitel Künstlerlegenden der Moderne nahm sie Bezug auf Ernst Kris' und Otto Kurz' Thematik Die Legende vom Künstler . Timo Storck legte im gleichen Jahr mit einer psychoanalytisch-begriffskritischen Untersuchung künstlerischer Arbeitsprozesse nicht nur eine Widerlegung dieser Annahme vor, sondern setzte auch einen neuen vorläufigen Höhepunkt.
Gockels Irrtum wird schon allein daran verdeutlicht, dass Storck seine Untersuchungen auf Autoren stützt, die zwischen den 1990er Jahren und heute intensive psychoanalytische Einzelfallstudien abgefasst haben über zahlreiche KünstlerInnen der Gegenwart oder über zeitgenössische Gegenstände der Kunst wie Form, Raum, Zeit, ästhetischer Konflikt, Farbe, Arbeit der Bilder, schöpferischer Akt und kreativer Prozess (z.B. E. Gattig, G. Gehrig, H. Kraft, M. Oppermann, R. Reiche, G. Rose, G. Schneider, P. Soldt, K. Nitzschmann, L. Tuymans). Storcks Höhepunkt besteht in seiner innovativen methodischen