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Zuerst einmal möchte ich Udo Hock für seine Lektüre und Bereitschaft danken, mit mir in einen Dialog über einen der wohl umstrittensten und zugleich wichtigsten Freudschen Texte einzutreten, in dessen Rezeption zweifelsohne zahlreiche Übertragungsvorgänge wirksam sind (was man aber schon deshalb nicht als einen Nachteil begreifen muss, da der Text uns die Möglichkeit eröffnet, unsere eigenen Fragen an ihn zu stellen). Aus Platzgründen muss ich mich in meiner Erwiderung auf einige mir wesentlich erscheinende Punkte (einen längeren und drei kürzere) beschränken.
1. Zentral für Hocks Einwände ist seine Betonung des Ökonomischen, der »Ökonomie des Triebes«: Quantitative Begriffe würden in Jenseits des Lustprinzips sowohl für Freuds Argumentation als auch seine Textrhetorik eine »herausragende Rolle« spielen. Ohne die Dimension des Ökonomischen erschließe sich weder der Wiederholungszwang noch der Todestrieb. Und weiter: Es gebe nur eine Ökonomie und nur eine Energie des Triebes, nämlich die Libido. Es mache folglich auch keinen Sinn, zwischen zwei eigenständigen Triebarten zu unterscheiden. Und auch die von ihm vorgeschlagene Steigerungsreihe von Wiederholung, Wiederholungszwang und Todestrieb ist letztlich eine quantitative von Mehr oder Weniger, von Über- und Unterbietung.1 Mir scheint, dass Hock sich durch diese zentrale Setzung ein unlösbares Problem mit der Unterscheidung von psychischen Qualitäten einhandelt. So schreibt er selbst in einer Fußnote: »Wenn eine Triebregung erotisch oder destruktiv wird, kommt sofort eine qualitative Ebene ins Spiel, die über den ökonomischen Aspekt hinausweist und äußerst kompliziert erscheint.« Deshalb sind für ihn gerade die von Freud betonte Polarität von Liebe und Hass und seine Umdeutung von Sadismus und Masochismus nicht überzeugend - ja, Hock muss sie aus seiner Textdeutung geradezu ausschließen, die damit gemeinten unterschiedlichen Gefühlsqualia fügen sich nicht in sein strikt ökonomische