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Die sich in der Korrespondenz zwischen Müller-Braunschweig und Schultz-Hencke spiegelnde Beziehungsgeschichte der psychoanalytischen Nachkriegslandschaft wird zunächst als persönliche Konfliktgeschichte verstanden, die sich erst durch die offizielle Konfrontation der deutschen DPG-Vertreter mit ihren emigrierten Kollegen auf dem Zürcher Kongress und dem öffentlichen Austragen ihres internen Kampfes politisch-psychoanalytisch strukturiert. Die verratenen Kollegen werden zu Über-Ich-Instanzen, die sowohl richtend agieren als auch narzisstische Aufwertung und moralische Entlastung bringen könnten. Schultz-Hencke, der als »intelligentester Kopf« in Deutschland gilt und sich ebenso wie Müller-Braunschweig als Vertreter des »Agathon« (des Guten), nicht des »Polemos« (des Streits) versteht, wird isoliert. Seine »Opferung« könnte auf der unbewussten Ebene als die »Entsühnung« verstanden werden, die Freud als Voraussetzung für die Aufnahme der DPG in die IPV verlangt hatte, falls sie sich disqualifiziert haben sollte. Mitscherlich, der Repräsentant der neuen Generation, der sowohl von Müller-Braunschweig als auch von Schultz-Hencke als Hoffnungsträger für die Tradierung der Psychoanalyse in Deutschland umworben wird, kann sowohl Emigranten aus Deutschland ein versöhnliches Angebot machen als auch deutsche Politiker für sich und sein neu entstehendes Heidelberger psychosomatisch-psychoanalytisches Zentrum einnehmen.