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Angesichts des Pluralismus psychoanalytischer Theoriesysteme verwundert es nicht, dass wir heute bei einem so zentralen Konzept wie dem Unbewussten ganz unterschiedliche Auffassungen vorfinden. Sie reichen vom klassischen Begriff des Unbewussten als Ort verdrängter Triebrepräsentanzen bis hin zu einem Unbewussten als dem Ort dissoziierter, nicht-verbali-sierter Selbstzustände.
Das Unbewusste ist ein abstraktes Konzept, das wir immer nur erschließen, nie empirisch direkt erfassen können. Die selbstreflexive Befragung der eigenen theoretischen Vorstellung vom Unbewussten und seiner Prozesse stößt unweigerlich auf metaphorische Vorstellungskomplexe, mit denen wir versuchen, uns das abstrakte Konzept zu veranschaulichen. Das traditionelle Vorstellungsgebäude ist das räumliche, das unser Denken immer wieder bestimmt. In seiner klassischen Freudschen Beschreibung erscheint der seelische Apparat wie ein dreifach geschichteter Raum. In der Tiefe befindet sich das System des Unbewussten. Im kleinianischen Modell finden wir neben dieser vertikalen Metaphorik einen stärker horizontal aufgespannten metaphorischen Raum, in dem sich die unbewussten Prozesse der projektiven Identifizierung entfalten. Teile des Selbst wandern in den Anderen als Objekt hinein, so wie auch Teile des Anderen ins Selbst assimiliert werden. Anders, aber metaphorisch doch ähnlich, verhält es sich mit der Dialektik von Selbst und Anderem etwa bei Jean Laplanche. Bei ihm wird das Unbewusste des Kindes zum Ort der rätselhaften, sexuell unterfütterten Botschaften des Anderen, d. h. vor allem der Mutter. In einem dritten Modell, das den neueren intersubjektiven Theorien entstammt, ist die interpersonale Beziehung selbst Ort des Unbewussten. Hier wird das Unbewusste in impliziter Form in der Beziehung ausgelebt und kann in der Beziehung zum Analytiker von einem »nicht-artikulierten« Zustand in einen »miteinander verhandelten« und »ko-konstruierten« bewussten Zustand überführt werden. Entsprechend wird auch von