You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Unbewusste wird sowohl als Instanz der Beharrung wie auch als Ausgangspunkt kreativer Neuschöpfung verstanden. Der Autor untersucht, mit welchem Ziel und mit Hilfe welcher Mechanismen die kreative Transformation erreicht wird. Dabei wird die These vertreten, dass die bekannten Mechanismen der sprachlichen Semantik-Verdichtung (Metapher) und Verschiebung (Metonymie)-nur einen Teil der Veränderungsarbeit erklären. Kreativität hängt eng mit Ästhetik, d.h. mit Aisthesis = Wahrnehmung, zusammen. Um sich der Frage nach der Wahrnehmung und dem Schönen anzunähern, werden zunächst Positionen der philosophischen Ästhetik und der Ritualtheorie aufgegriffen. Dann wird mit der kinästhetischen Semantik ein zweites, neben der Sprache bestehendes, System beschrieben, Erfahrung aufzunehmen, zu bearbeiten und zu speichern. Ein neuer Blick auf die Freudschen Begriffe der Sublimation und Vorlust wird möglich. Die Mechanismen des Kinästhetischen-Rhythmisierung und Seduktion-organisieren die Ritualisierung von Wahrnehmungsvorgängen. Diese Prozesse werden anhand der Musik und der Malerei, aber auch als Bestandteil des Gefüges der Poesie untersucht. Es wird jetzt möglich, Struktur und Funktion des Schönen psychoanalytisch zu bestimmen. Es zeigt sich, dass Kunst und Psychoanalyse den gleichen ethischen Kern haben, indem sie die performative Kraft des Schönen nutzen, um eine Konflikt anerkennende Transformation zu ermöglichen.