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Vorzustellen ist ein Wunder. Eine wundersame Reise in die Vorgeschichte des Unbewussten und der Psychoanalyse; ein Wunder an historischer Gelehrsamkeit, an sorgfältiger und überzeugender Präsentation sowohl von reproduzierten Bildern als auch von deren Interpretation; ein Wunder der sinnlichen Freuden, wenn man dies Buch in die Hand nimmt und darin blättert und liest.
Die Autorin hat das Buch als Überarbeitung ihrer Dissertation an der FU Berlin verfasst. Kann man über Elfen promovieren? Ein solches sujet gehört doch ins Kinderzimmer, in die Welt des Kitsches und der infantil gebliebenen Spinner-so will es das Vorurteil. Zu dessen Überwindung trägt die Autorin nachhaltig bei. Was man heute in Teegeschäften auf Regalen, auf Postkarten abgebildet und in esoterischen Buchhandlungen ausgestellt findet, die flower fairies der Dekoration, dient dem Eskapismus. Es soll den modernen Menschen in verzauberte Welten entführen. Ins Schöne und von der Ambivalenz Befreite. In den Volksmärchen hingegen haben Elfen noch einen anderen Charakter, da ängstigen sie den Wanderer im Nebel.
Das Elfensujet erfreute sich größter Beliebtheit in England ab etwa 1840 bis zum Ersten Weltkrieg. Es war von Shakespeare mit dem Mittsommernachtstraum auf der Basis noch älterer Quellen wiederbelebt worden. Die Hauptthese der Autorin ist, dass die aus diesem Impuls erwachsenen Bilder »mit kontroversen Fragen der Moderne aufgeladen« und »Teil der Erkundungen der neu entdeckten, auch abgründigen Dimensionen des menschlichen Geistes und seiner verschiedenen Bewusstseinszustände« waren (S. 11). Elfen sind keineswegs harmlose Wesen der Idylle, sondern konfrontierten die Menschen mit eigenen, inneren Welten-wie fremd die auch sein mochten. Die Arbeit übernimmt eine Sozialgeschichte dieses Teils der Kunst und Literatur.
Die These, die Elfen böten Zufluchtsphantasiewelt vor den Zumutungen der Moderne, lehnt die Autorin ab. Sie argumentiert viel feinsinniger und