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Im Unterschied zu vielen anderen Filmen Hitchcocks drängt sich bei North by Northwest die Frage nach einer psychoanalytischen Interpretation nicht auf - als actiongeladener romantischer Thriller mit phantastischen Bildsequenzen genügt er sozusagen sich selbst. Mein psychoanalytisches Interesse bezieht sich auch nicht allein auf den Film für sich genommen. Ich sehe ihn im Zusammenhang mit seinem Vorgängerfilm Vertigo und den beiden Nachfolgern Psycho und Die Vögel . Zusammen genommen verstehe ich diese vier Filme als eine Art Tetralogie, in der es Hitchcock als »Visu-Psychoanalytiker« (Schneider 2008, S. 25) um die psychologische Ausleuchtung des Einbruchs von etwas Unerwartetem in eine diesem Unerwarteten gegenüber in sich abgeschlossene Welt geht. Bevor ich das entfalte, möchte ich zunächst den Bezug zu den genannten drei anderen Filmen herstellen, im Hinblick auf die North by Northwest als eine Art Verbindungsglied gesehen werden kann.
Zu Vertigo (Schneider 1998) gibt es über das Thema der Femme fatale eine offenkundige Verbindung. Dort wird von dem Ehemann einer reichen, angeblich von Wahnvorstellungen verfolgten Frau ein an Höhenangst leidender, aus dem Dienst ausgeschiedener Polizeiinspektor (Scottie) auf die Beobachtung der Ehefrau angesetzt. In Wirklichkeit wird Scottie aber die Ehefrau von einer anderen Frau, die ihn becirct, im Auftrag des Ehemannes vorgespielt. Dabei handelt es sich, wie schließlich klar wird, um ein Mordkomplott, in dem unter Ausnutzung der Höhenangst des Protagonisten die Ehefrau umgebracht wird. Die Ähnlichkeit mit North by Northwest ist deutlich: Beide Frauen, dort Madeleine/Judy, hier Eve, stehen im Dienste einer fremden Macht, verführen den Protagonisten und stürzen ihn zunächst ins Unheil: In Vertigo fällt Scottie in eine schwere Melancholie, in North by Northwest hilft Eve, man darf wohl die verführerische Urfrau Eva darin mithören, Roger Thor