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Das wachsende Interesse vieler Psychoanalytiker und Psychotherapeuten am Film spiegelt sich auch im Programm der jährlich im Frühjahr stattfindenden Lindauer Psychotherapiewochen. Seit Jahren gibt es dort im Programm eine große Vorlesung, die sich der Filmpsychoanalyse - oft in Verbindung mit dem Hauptthema der Tagung - widmet. Der vorliegende Band Der Psychotherapeut im Film von Rainer Gross basiert auf einer dieser Vorlesungen, in der sich der Autor diesem Subgenre des Kinos gewidmet hat, nämlich der Darstellung von Psychoanalyse, Psychotherapie und Psychiatrie im Film und insbesondere des Hollywood-Kinos.
Nicht selten wird von filmpsychoanalytischen Autoren auf die parallele Entwicklung von Psychoanalyse und Film hingewiesen. In bislang keiner mir bekannten Arbeiten wird dies auch in quantitativer Hinsicht so deutlich wie in dem vorliegenden schmalen Band: der Autor erwähnt und bespricht teilweise ausführlich rund 150 Filme, die sich dem Thema widmen und/oder in dem Psychoanalytiker, Psychotherapeuten oder Psychiater einen mehr oder weniger umfangreichen Auftritt haben. Dagegen hatte A. Sabbadini in seiner Arbeit über die »Psychoanalyse und ihre (Fehl-)Darstellung im Film« lediglich die teilweise sehr bekannten und oft zitierten Filme von Pabst, Hitchcock, Huston und Brody besprochen (siehe Psyche - Z Psychoanal 55, S. 422-429). Allein dies belegt die große filmische Kennerschaft des Autors, die den ganzen Text durchströmt.
Das Buch gibt die füf Vorlesungen der Lindauer Veranstaltung wieder (übrigens mittlerweile als Teil einer kleinen Reihe mit Autoren wie M. Ermann, O. Kernberg, L. Reddemann, U. Streeck und L. Wurmser), in der die Darstellung von Psychoanalyse, Psychotherapie und Psychiatrie in chronologischer Folge nachgezeichnet wird: Im ersten Kapitel - Der Psychotherapeut im Stummfilm - werden die ersten Spielfilme bis 1933 besprochen (insbesondere natürlich G. W. Pabsts Film Geheimnisse einer Seele); das zweite Kapitel befasst sich mit den »psychoanalytische