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Obwohl Beendigungen von Psychoanalysen und Psychotherapien zur alltäglichen psychotherapeutischen Praxis gehören, ist ihre Bedeutung weder für den Analytiker noch seine Patienten in behandlungstheoretischer Sicht bisher ausreichend reflektiert worden. In der Literatur findet sich weit mehr über den Beginn als die Beendigung von Einzel- oder Gruppenanalysen. Empirische Daten zur Abschlussphase sind rar. Die DPV-Studie ergab, dass 28% der nachuntersuchten Patienten die Beendigung ihrer Psychoanalyse als zu früh erlebt haben. Knapp 22% der Behandlungen wurden auf Wunsch der Patienten, ca. 21% auf Initiative des Analytikers beendet.
Peter Diederichs macht mit dem Band auf diesen Mangel aufmerksam und leistet einen Beitrag dazu, ihn zu beheben. Er hat dazu Kolleginnen und Kollegen verschiedener psychoanalytischer Fachgesellschaften, Schulen oder Therapierichtungen motiviert, ihre persönlichen klinischen Erfahrungen und den wohl meist nur impliziten Konsens der eigenen Fachgesellschaft über den Beendigungsprozess aufzuschreiben. Einen besonderen Reiz erhält das Buch dadurch, dass Autorinnen und Autoren unterschiedlicher psychoanalytischer Provenienz an diesem Band mitgewirkt haben: A. Wittenberger und V. Diederichs-Paeschke für die Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse, U. und G. Lehmkuhl als Vertreter der Adlerianischen Psychoanalyse und H.-J. Wilke für die Jungianer. Weiterhin spricht C. Jaenicke für die Selbstpsychologen, I. Focke als Mitglied der DPG und Th. Auchter und R. Hohage als Mitglieder der DPV, wobei Hohage über die Beendigung tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie schreibt. G. Wilke schließlich trägt Gedanken zur Beendigung von Gruppenanalysen bei und Th. Beckh befasst sich mit der Beendigung von Lehranalysen. Der Herausgeber führt in das komplexe Thema ein und schließt den Band mit der Darstellung seines eigenen behandlungstechnischen Umgangs mit der Beendigung und der zentralen Frage: Wovon müssen sich Analytiker und Analysand trennen?