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Für dieses 2010 unter dem englischen Titel Exploring in Security veröffentlichte und nun ins Deutsche übersetzte Buch erhielt J. Holmes 2010 den angesehenen Goethe Award for Psychoanalytic and Psychodynamic Scholarship der kanadischen psychologischen Gesellschaft. Das Buch greift das Thema der Vermittlung von Bindungstheorie und Psychoanalyse wieder auf, das Holmes bereits 1993 in dem Band John Bowlby and Attachment Theory begonnen hatte.
Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil »Prinzipien« werden theoretische Grundlagen dargestellt. Einem kurzen Abriss der Geschichte der Bindungstheorie und einer Positionsbestimmung der psychoanalytischen Psychotherapie folgt ein Kapitel über das Mentalisieren, ein zentrales Brückenkonzept an der Schnittstelle zwischen Bindungstheorie und Psychoanalyse. Die internalisierte Erfahrung sicherer Bindungsbeziehungen stellt eine maßgebliche Determinante narrativer Kohärenz dar und ist zugleich eine Entwicklungsvoraussetzung für die reflexive Funktion, d.h. die Fähigkeit, eigenen Handlungen sowie den Handlungen Anderer Bedeutungen (z.B. Motivationen und Intentionen) zuzuordnen und diese Zuordnung zu reflektieren und zu variieren. Umgekehrt begrüdet in der Therapie die Qualität der therapeutischen Beziehung und der in ihr erfahrenen Bindungssicherheit den Spielraum für die Exploration des inneren Erlebens. Dieser kann weiter oder begrenzter sein, je nach der Qualität der in die Übertragungsbeziehung eingehenden Objekterfahrungen. Zwischen dem Bindungsstil oder dem, wie es bei Bowlby heißt, »inneren Arbeitsmodell von Bindung« und der Übertragung bestehen natürlich enge Zusammenhänge. Trotzdem ist das Verhältnis der beiden Konzepte Bindung und Übertragung nicht einfach. Das Problem besteht darin, dass die inneren Arbeitsmodelle von Bindung sensu Bowlby quasi automatisierte Routinen der sozialen Beziehungsregulation darstellen, während das Übertragungskonzept stärker individualisiert ist und auf die phantasiegesättigte Bedeutungs