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»Ich schwöre, Appollon, den Arzt, und Asklepios und Hygieia und Panakeia und alle Götter und Göttinen zu Zeugen anrufend, daß ich nach bestem Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Verpflichtung erfüllen werde […]. Welche Häuser ich betreten werde, ich will zu Nutz und Frommen der Kranken eintreten, mich enthalten jedes willkürlichen Unrechtes und jeder anderen Schädigung, auch aller Werke der Wollust an den Leibern von Frauen und Männern, Freien und Sklaven! […] Wenn ich nun diesen Eid erfülle und nicht verletze, möge mir im Leben und in der Kunst Erfolg zuteil werden und der Ruhm bei allen Menschen bis in ewige Zeiten; wenn ich ihn übertrete und meineidig werde, das Gegenteil.«
Dieser Asklepiadenschwur, der ärztliche Urkodex, konnte zwar zu keiner Zeit ärztlichen Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt gegen Patienten gänzlich verhindern, trennt jedoch seit jeher diejenigen, die sich für Medizin auf der Grundlage ethischen Verantwortungsbewusstseins entschieden haben, von demjenigen, der sich durch den Bruch des hippokratischen Eides selbst aus der ärztlichen Gemeinschaft entlässt.
Auch der gemeinschaftsstiftende ethische Standard der Psychoanalyse, »Die Kur muß in der Abstinenz durchgeführt werden« (, GW 10, S. 313, vgl. Hirsch, S. 17), der den Sicherheit gebenden Rahmen für die therapeutische Beziehung gewährleisten soll, wurde und wird nach wie vor gebrochen.
Mathias Hirsch beschreibt im ersten Teil seines bemerkenswerten und wichtigen Buches den seit etwa 20 Jahren andauernden Prozess der psychotherapeutischen und psychoanalytischen Institutionen, sich dieser jede Behandlung und jede Institution zerstörenden Dynamik mehr oder weniger erfolgreich zu stellen.
Den zweiten Teil des Buches widmet er der sexuellen Gewalt von Erwachsenen gegen Kinder in Familien, pädagogischen und kirchlichen Institutionen in ihrer hochaktuellen Brisanz (»Kirche stoppt Aufklärung des Missbrauchsskandals«, »Angst vor der ganzen Wahrheit«: Süddeutsche Zeitung 7/2013, S. 1 und 2), zeigt Paral