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Der Begriff der psychoanalytischen Haltung kann als Platzhalter für verschiedene Fragestellungen gelten, die durch methodische und technische Konzepte nicht ausreichend erfasst werden. Die Autorin legt eine Auffassung von psychoanalytischer Haltung dar, die den Akzent auf ihre Gefährdung legt. Hervorgehoben wird die Fragilität und Verletzlichkeit dieser Haltung - nicht nur, weil Patienten sie unvermeidlicherweise angreifen und in Frage stellen, nicht nur, weil die umgebende Kultur sie möglicherweise geringschätzt, sondern aufgrund unbewusster Konflikte im Analytiker selbst, die durch die analytische Methode aktualisiert werden. Dabei wird die selbstreflexive analytische Durcharbeitung der Konflikte des Analytikers von der Autorin als unentbehrlich betrachtet. Der Beitrag wird durch eine Fallvignette eingeleitet. Der kulturelle und geschichtliche Kontext, aus dem heraus der Begriff der psychoanalytischen Haltung in den 80er Jahren erstmals aufkam, sowie seine Wandlungen im Laufe der Geschichte werden aufgezeigt. Eingehend diskutiert werden die aktuelle Auffassung der Haltung als »gemeinsame Schöpfung« des analytischen Paars sowie der dekonstruktive Charakter der psychoanalytischen Methode.