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Wer das im Jahr 2005 erschienene Buch Beziehungsweisen von Junker gelesen hat, hat gewissermaßen eine historisch entwickelte Fundamentaleinführung in das nun vorliegende Buch Intersubjektivität und implizites Gedächtnis bekommen. In Beziehungsweisen (der Plural ist sinnvoll) beschreibt Junker, wie sich in gut hundert Jahren (von Freud bis Bollas und Daniel Stern) das Verständnis der Beziehung zwischen Therapeut und Patient verändert und entwickelt hat und wie die Auffassungen heute neben- oder gegeneinander stehen.
Die Junker wohl schon seit 2005 und länger beschäftigende Frage ist nicht so sehr, wie die Beziehung zwischen Therapeut und Patient aussehen sollte, sondern: Was geschieht wirklich zwischen Therapeut und Patient, und was ist dabei hilfreich, heilend oder Erkenntnis fördernd oder, noch anders ausgedrückt, wie und wodurch entsteht ein Arbeitsbündnis zwischen diesem Patienten und diesem Therapeuten in dieser Situation, intersubjektiv im Hier und Jetzt? Der nun vorgelegte Text führt das Erarbeitete weiter, auch wenn der Ton ein anderer ist. In den drei Abschnitten des Buches - 1. Wissenschaften, 2. Praxis, 3. Hintergrund und Ausblick - erscheint immer wieder sehr deutlich die Person des Autors. Er schaut zurück auf sein Leben und Arbeiten als Analytiker und sogar auf seine eigene frühe Entwicklungsgeschichte. Insofern zeigt das Buch den Autor als Autobiographen, als Hochschullehrer, als selbstreflexiven Therapeuten und Supervisor, der in der Tradition von Freud kleine Novellen zu verfassen versteht, und als Lernenden und Wegbereiter einer erweiterten Sicht des Verhältnisses von Therapeut und Patient.
Im ersten Abschnitt führt er zunächst aus, wie durch neue Lektüren das in den sechziger Jahren Erlernte fragwürdig wurde und wie sein Denken sich weiter entwickelt hat. Sodann werden die für ihn entscheidenden Texte zunächst überblicksartig und dann detaillierter vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf dem, was neuere Erkenntnisse zum impliziten Gedächtnis und zur I