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Psychoanalytisches Denken in Erziehung, Pädagogik und sozialer Arbeit kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Sie hat mit Freud und anderen Akteuren der Gründungszeit begonnen und vor allem in der Weimarer Republik und dann in der Geschichte der Bundesrepublik wiederholt Konjunktur(en) gehabt. Demgegenüber ist es in den letzten Jahren bzw. beiden Jahrzehnten eher still geworden, und die psychoanalytische Denktradition spielt auch mit ihren neueren Theorien, Beiträgen und Diskursen kaum noch eine Rolle. Man kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass die Psychoanalyse als ein differenziertes und anregendes Wissenschafts- und Reflexionsangebot aus den pädagogischen und sozialen Studiengängen, der Aus- und Weiterbildung und auch dem Literaturmarkt sukzessive verschwindet; zumindest ist sie wenig wahrnehmbar oder in den Modulstrukturen von Studiengängen erkennbar. Damit ist kaum noch klar bzw. geklärt, welche systematische und praxisorientierende Bedeutung sie heute für die Pädagogik und soziale Arbeit noch hat bzw. erneut haben kann.
Dieser bedauerlichen und folgenreichen Entwicklung kann auch mit gehaltvollen Publikationen entgegengewirkt werden, wenn es denn gelingt, einzuladen und neugierig zu machen, sich mit psychoanalytischem Denken zu beschäftigen. Diesen Versuch unternimmt die vorliegende Publikation, die in 15 Kapiteln »Praxis - Grundlagen - Methoden« einer psychoanalytischen Sozialarbeit anbietet und den (wohl doch eher selbstüberschätzenden) Anspruch hat, »erstmals Theorie und Praxis der Psychoanalytischen Sozialarbeit darzustellen«