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Was macht es der Freudschen Psychoanalyse schwer, Religion als Teil der menschlichen Lebenswelt und als Forschungsgegenstand anzuerkennen? Der Autor führt Freuds Verknüpfung von Psychoanalyse und Atheismus an und untersucht deren Genese. Freud gewinnt seinen Atheismus als Medizinstudent und behält ihn als präanalytische Überzeugung lebenslang bei. Er fasst ihn als Element seiner »wissenschaftlichen Weltanschauung« auf, von der aus er das bekämpft, was er die »religiöse Weltanschauung« nennt. Der Autor stellt den übergeschichtlichen und rein vernünftigen Wahrheitsanspruch dieser Position infrage und untersucht ihren historischen Kontext. Freuds religiöse Biographie und seine Stellung in der europäischen Geschichte des Atheismus zeigen einen Mann, der in den Konflikt der Moderne zwischen Säkularität und Religion involviert ist. Der Autor hebt die Bedeutung von Freuds Freiheitskampf hervor. Im Loslösungskampf der Adoleszenz befreit Freud sich von der Religion seiner Herkunft. Als Aufklärer beteiligt er sich an dem epochalen Kampf der Moderne, der Religion ihren universalen Wahrheits- und Machtanspruch zu entringen. Viele analytisch Denkende haben seine Position übernommen. Heute jedoch ist das Zeitalter der Weltanschauungen vergangen. Dies gibt der Psychoanalyse eine neue Möglichkeit, Atheismus wie Religion psychoanalytisch zu reflektieren und das spannungsvolle Verhältnis von Glaube, Unglaube und Überzeugung zu erkunden.