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Kurz hintereinander sind in deutscher Sprache zwei ausgezeichnete und einander ergänzende Biographien über Leben und Werk Wilfred R. Bions erschienen: 2008 die deutsche Übersetzung einer Arbeit des französischen Psychoanalytikers
Gérard Bléandonu: Wilfred R. Bion, Leben und Werk (bereits 1990 in französischer Sprache veröffentlicht) und - ein Jahr zuvor - die Arbeit des deutschen Psychoanalytikers und praktizierenden Theologen Wolfgang Wiedemann. Beide sind umfangreich recherchiert, auch in den schwer zugänglichen Veröffentlichungen, beide messen der Biographie ihres Autors große Bedeutung zu und werten die autobiographischen Schriften Bions aus.
Bléandonu organisiert seinen Stoff von der Theorie her und leistet eine chronologische und systematische Zusammenfassung der Bionschen Gedanken. Er widmet besondere Aufmerksamkeit den wichtigen Verbindungen Bions zu philosophischen und mathematischen Autoren, die dem Leser oft unbekannt bleiben, da Bion sie selten deklariert. Wiedemann kennt und zitiert diese umfangreiche Arbeit.
Thomas Ogden hat in seiner Arbeit »An introduction to the reading of Bion« (Int J Psychoanal 85, 2004, 285-300) Bions Weise des Schreibens als ständiges Arbeiten und Lernen aus Erfahrung analysiert. Und ebenso will er auch gelesen sein. Für den Biographen, der Kenntnisse über Person, Wirken und Denken dieses Autors vermitteln will, stellt sich die Aufgabe, dem Leser ebenfalls nicht einfach Wissen, sondern lebendige Erfahrung zu ermöglichen. In Bions Sprache: Wie kann aus K(nowldge) O (lebendige Erfahrung von Wahrheit) werden? Wiedemann gelingt dies auf eindrucksvolle Weise. Zwar kann man sein Buch auch als Kompendium der Theorien und Konzepte Bions benützen, aber damit wäre sein Potential nicht erschöpft.
Der Darstellung von Bions Wirken (Teil 2) und Denken (Teil 3) wird ein umfangreicher Teil (1) vorangestellt, der Bions Kindheit und Jugend beschreibt. Diesem autobiographischen Teil des Werkes widmet Wiedemann seine besondere Aufmerksamkeit. Die ind