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Viele Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker schätzen ihre berufliche Tätigkeit zwar sehr, empfinden aber die institutionellen Rahmenbedingungen, innerhalb deren sie ihren Beruf ausüben, häufig als überaus konflikthaft. Warum werden Konflikte in unseren Institut(ion)en immer wieder so persönlich erlebt bzw. ausgetragen, dass es dabei zu teilweise gravierenden institutionellen Problemen kommt? Ich meine, dass uns gerade die Haltung, die wir dazu brauchen, als Psychoanalytiker zu arbeiten, dabei im Wege stehen kann, uns effektiv zu organisieren und gedeihlich zusammenzuarbeiten. Zur Erläuterung dieser These skizziere ich zunächst die aktuelle berufspolitische Situation, die dazu geführt hat, dass die Organisation psychoanalytischer Institut(ion)e(n) komplexer und die Erfüllung ihrer Aufgaben anspruchsvoller geworden ist. Vor diesem Hintergrund beschreibe ich dann, in welchem Maß unsere berufliche Tätigkeit paradoxerweise damit einhergeht, »Unbewusstheit zu produzieren« (Erdheim). In welcher Weise dies geschieht, wird anhand von Beispielen aus der institutionellen Zusammenarbeit dargestellt. Wenn es uns gelingen würde, diese spezifischen Formen institutionell produzierter Unbewusstheit aufzuheben, könnten wir die Konflikttoleranz in unseren Organisationen stärken. Dazu müssen wir jedoch vermehrt auf die Möglichkeiten zurückgreifen, die von der psychodynamischen Organisationsberatung mit den Konzepten von Primäraufgabe, Rollen, Grenzen und Führung bereitgestellt worden sind.