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In der Einleitung wird deutlich, dass der Autor ein ehrgeiziges Projekt in Angriff genommen hat. Er stellt eine Theorie für die Bandbreite ästhetischer Erfahrungen vor, die nicht nur das Schöne, sondern auch Konflikt und Verletzung umfassen, die nicht nur in der Kunst, sondern auch im Politischen und sozialen Kontext angesiedelt sind. Er stellt fest, dass es bisher keine psychoanalytische Theorie der Wahrnehmung gibt. Schon Freud schrieb, dass die Psychoanalyse »über die Schönheit am wenigsten zu sagen« habe (Das Unbehagen in der Kultur, , S. 441).
Ausgangspunkt für Leikerts Überlegungen bildet das schamanistische Ritual, in dem die grundlegenden Komponenten ästhetischer Vorgänge beispielhaft deutlich werden. In schamanistischen Ritualen werde durch rhythmische Strukturierung ein Heraustreten aus gewohnten Identifizierungen ermöglicht, die eine Fusion mit der Natur und einer anderen Welt zum Ziel haben. Hier schlägt er den Bogen zum ästhetischen Prozess, in dem wir in einen Wahrnehmungsmodus gelangen, der nicht mehr sprachlich, sondern eher körperlich zu definieren sei. Wichtig ist Leikert dabei, dass dieser Vorgang zu fusionellen Formen des Erlebens führt: »Nicht mehr die duale Opposition von Selbst und Objekt reguliert das psychische Geschehen, sondern Formen der verschmelzenden Identifizierung« (S. 35). Ein heißes Eisen: Im psychoanalytischen Diskurs wird fusionelles Erleben oft pathologisiert. Auch geht es hier nicht um die Verschmelzung mit einem guten inneren Objekt, sondern um einen ganz eigenen Vorgang jenseits der sprachlich-lexikalischen Semantik.
Nach einem gut zu lesenden Exkurs über die Positionen der philosophischen Ästhetik kommt er zu einem Kernstück seiner Überlegungen, in denen er die ästhetische Erfahrung in einem semantischen System verortet, das er die kinästhetische Semantik nennt. Diese funktioniert anders als die sprachlich-lexikalische, deren Grundlage die Trennung von Subjekt und Objekt ist. Bei der ästhetischen Erfahrung stelle sich die »Fra