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Nach dem Erscheinen der ersten, allerdings unvollendet gebliebenen Biographie über Karl Abraham 1974, verfasst von seiner Tochter Hilda Abraham, ist fast 40 Jahre lang kein vergleichbarer Versuch mehr gewagt worden - und dies, obwohl es sich bei Abraham um einen der wohl unstrittig bedeutendsten Freud-Schüler und -Mitarbeiter handelt und die psychoanalysehistorische Forschung in vielen Bereichen seit geraumer Zeit weit vorangeschritten ist. Diese Lücke hat die Berliner Psychoanalytikerin Karin Zienert-Eilts nun ein Stück weit geschlossen. Ihre Studie, die den Schwerpunkt auf die Rekonstruktion zentraler Lebensabschnitte Abrahams im Zusammenhang mit der Geschichte der frühen psychoanalytischen Bewegung legt, zeichnet sich in mehrfacher Hinsicht aus: Sie bietet eine differenzierte biographische Übersicht sowie ein einfühlsames und abgewogenes Porträt Abrahams, sie rekonstruiert mit Hilfe von neuen Archivfunden (aus den Israel States Archives und dem Archiv der Library of Congress, dem erstmals ausgewerteten Briefwechsel zwischen Abraham und Jones sowie ebenfalls erstmals vollständig veröffentlichten