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Der Artikel zeigt die verwickelte und dramatische Geschichte der psychoanalytischen Bewegung in Polen von 1900 bis heute. Betont wird die wichtige Rolle, die jüdische, aus dem mittleren Bürgertum stammende und der polnischen Kulturtradition verbundene Psychoanalytiker für die Popularisierung der Theorie Freuds unter der polnischen Intelligenzija gespielt haben. Ihre zahlreichen in Polen veröffentlichten Bücher und Artikel haben die Psychoanalyse in literarischen Kreisen der Zwischenkriegszeit bekannt und populär gemacht. Mit Ausbruch des Krieges 1939 kam es zu einer totalen Zerstörung der psychoanalytischen Bewegung in Polen. Von den jüdischen Analytikern, die nicht vor dem Krieg emigriert sind, hat praktisch niemand die Ghettos und Konzentrationslager überlebt. Nach dem Krieg wurde die Psychoanalyse vom kommunistischen Regime als eine »bürgerlichen Wissenschaft« bekämpft. Erst nach der demokratischen Wende 1989 konnte die psychoanalytische Bewegung wieder aufgebaut werden. Heute gehört die Polnische Psychoanalytische Gesellschaft (Polskie Towarzystwo Psychoanalityczne) zur IPA und zählt 50 Analytiker und 29 Kandidaten.