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Am 19. 10. 2013 war in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung von einem Bürgermeister und ehemaligen Grenzpolizisten in Haidmühle (Grenzübergang zwischen Tschechien und Deutschland) zu lesen, dass dieser einen Schlagbaum zwischen beide Länder errichtet und dies mit einer Einbruchserie begründet hatte. Er äußerte den Verdacht, dass osteuropäische Diebe die Straße als Fluchtweg missbrauchen könnten. Nach scharfem Protest der tschechischen Behörden wegen Verletzung des Schengen-Abkommens musste der Mann diese willkürliche Maßnahme wieder zurücknehmen.
2013 jährte sich zum 75. Mal das Münchner Abkommen. Es betraf eine Region in der Mitte Europas, das Sudetenland, das zwei Gruppen von Menschen verbindet, die aus vielerlei Gründen wenig voneinander wissen. Erst als die einen jene Region verlassen mussten, kamen die anderen dorthin. Während die einen schmerzhaft lebendige Erinnerungen an Orte und Begebenheiten besitzen, haben die anderen in nicht immer einfachen Prozessen dort ihren Lebensmittelpunkt gefunden. Und während die einen bitter enttäuscht von den »Tschechen« waren, versuchte das kommunistische Regime bei den anderen die Erinnerung an das Vergangene, an »das Deutsche« auszulöschen.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die Deutschen in der Tschechoslowakei ihre politische und kulturelle Vorrangstellung aus Habsburger Zeiten verloren. Viele von ihnen waren durch die Gründung der Tschechoslowakei geradezu traumatisiert. Der heute idealisierte erste tschechoslowakische Präsident, T.G. Masaryk, bezeichnete in seiner Antrittsrede im Dezember 1918 seine sudetendeutschen Mitbürger als »Einwanderer und Kolonisten«. 1935 stimmten zwei Drittel der deutschsprachigen Wähler für die von Konrad Henlein geführte Sudetendeutsche Partei (SdP). Diese stellte der Prager Regierung unerfüllbare Forderungen: die deutsch besiedelten Gebiete sollten eigenständig werden. Sie ließ Schlägertrupps aufmarschieren, so dass die lange Zeit stabile Tschechoslowakei 1938 in ihren deutschsprach