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Freud war fasziniert vom Unheimlichen. Er bewunderte die Verwendung des Unheimlichen als künstlerisches Mittel, während er unheimliche persönliche Erfahrungen als ein Anzeichen psychischer Unreife betrachtete. Allerdings lässt sich eine Unterscheidung zwischen dem Unheimlichen als Aspekt eines literarischen Textes und dem Unheimlichen als Element des subjektiven Erlebens kaum aufrechterhalten. Einen unheimlichen Text lesen heißt eine unheimliche Erfahrung machen. Freud gibt zwei auf subtile Weise unterschiedliche Erklärungen der unheimlichen Erfahrung: Sie kann dem Wiederaufleben einer spezifischen entwicklungsbedingten Angst geschuldet sein wie etwa der Kastrationsangst; sie kann aber auch aus dem Eindruck herrühren, dass ein machtvoller innerer Prozess außerhalb des bewussten Gewahrseins am Werk ist. Ein solcher Prozess muss nicht notwendig regressiver Natur sein, und er kann sehr wohl bewirken, dass der betreffende Mensch sich in engerem, nicht loserem, Kontakt mit seinem Innenleben erfährt. Der Autor schildert eine eigene sehr eindrucksvolle Erfahrung des Unheimlichen und diskutiert sie im Licht dieser Überlegungen. Dabei werden auch neuropsychologische und soziokulturelle Faktoren in ihrem Bezug zum Unheimlichen gestreift.