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»Ich kann die Wünsche heuer gut brauchen, denn alle bösen Geister sind gegen mich losgelassen, aber ich kenne sie schon seit vielen Jahren und fürchte mich vor ihnen wenig« S. Freud .1
Josef Breuer und Sigmund Freud sprengten den Rahmen der naturwissenschaftlich-technischen Medizin ihrer Zeit, indem sie die befremdlichen hysterischen Phänomene (somatische Leiden ohne organischen Befund) nicht als »Simulationen« abtaten, sondern ihre Patientinnen (vor allem Bertha Pappenheim und Anna von Lieben) und ihre Patienten als Partner und Auskunftsgeber ernstnahmen und sich auf einen anamnestischen Dialog mit ihnen einließen. Freud wurde darüber, wie vor allem seine Briefe an Wilhelm Fließ zeigen, von einem Objekt- zu einem Subjektwissenschaftler, genauer: zu einem Kritiker der »zweiten« oder Pseudo-Natur der lebens- und der sozialgeschichtlich konstituierten Institutionen. Mit der Entdeckung, dass die Übermacht der neurotischen Produktionen (oder »Privatreligionen«) der von der Domestizierungs-Kultur überforderten Individuen ebenso wie diejenige der kulturellen Institutionen vom Typus der etablierten Kollektiv-Religionen darauf beruht, dass deren Bildungsgeschichte vergessen (oder »verdrängt«) worden ist, wurde die Psychoanalyse zur Sozialwissenschaft. Freud beharrte freilich (vermutlich in Erinnerung an Francis Bacon) darauf, auch (und gerade) das von ihm entwickelte Verfahren, das Rätsel von Institutionen zu lösen, die die (vergesellschafteten) Individuen einschränken und niederhalten, statt ihre Potentiale zur Entfaltung zu bringen, gehöre zu einer recht verstandenen Naturwissenschaft.
Der Zusammenhang der Therapie, die darauf abzielt, »Neurotiker« wieder zu Autoren ihrer Lebensgeschichte zu machen, mit der in der Traumdeutung entwickelten neuartigen Psychologie des Unbewussten (also der »Metapsychologie«) und mit der Suche nach einer »Kultur, die keinen mehr erdrückt« (Freud), erschien den freudianisch orientierten ÄrztInnen und PsychologInnen, die sich als Therap