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»How many roads must a man walk down, before you can call him a man?« Diesen 50 Jahre alten Song von Bob Dylan stellt Hans-Geert Metzger an den Anfang seines Buches. Wird männliche Aggressivität nur in Kriegen ausgelebt oder gibt es kreative und konstruktive Formen, um mit ihr umzugehen? Bevor der Autor am Ende seines Buches dieser Frage nachgeht, beschäftigt er sich mit der Auflösung sozialer Strukturen in einer Welt freier Kapitalströme, die zu einer Entbindung von Aggressivität geführt hat, die früher libidinös eingebunden werden konnte. Männliche Aggressivität findet heute vielfältige verdeckte Ausdrucksformen, die von gesellschaftlich ausagierten Größenvorstellungen über die Verweigerung von Vaterschaft und narzisstische Manipulation von Kindern bis hin zum depressiven Rückzug vieler Männer reichen. Dementsprechend weitgespannt ist die Thematik dieses Buches. Geht es zwar zentral um Entwicklung und Probleme von Vaterschaften heutzutage, werden doch immer wieder allgemeine Fragen männlicher Identität unter den gegenwärtigen sozialen und politischen Bedingungen berührt.
Die Ökonomisierung auch des Sozialen hat eine Verteufelung der Abhängigkeit zur Folge, die in Verbindung mit der Auflösung des Patriarchats und dem Fehlen neuer männlicher Leitbilder viele Männer dazu gebracht hat, in die Identität einer defensiven Vermeidung eines selbstbewusst-männlichen Auftritts oder einer phallisch-narzisstischen Einstellung zu flüchten. Schwerwiegende Folgen für Vaterschaft, Partnerschaften, Familien und Kinder sind die Folge.
Die Überschriften der einzelnen Kapitel geben einen Überblick über die große thematische Spannweite.
Prolog: Freiheit und Bindung der Männer
Der Rückzug der Männer und die Aggressivität
Die Anwesenheit des abwesenden Vaters
Idealisierung und Enttäuschung
Narzisstischer Missbrauch - der unbewusste Neid der Väter
Die ödipale Präsenz des Vaters
Der nahe und der ferne Vater - eine psychoanalytische Konzeption