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Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen ist die Hypothese, dass die Vorstellung, über die Reflexion der eigenen Handlung höherstufige kognitive Strukturen aufzubauen, wie sie Jean Piaget für die kognitive Entwicklung beschreibt, als heuristisches Bezugssystem herangezogen werden kann, um Aspekte des psychoanalytischen Verständnisses des szenischen Verstehens zu präzisieren. Das Instrument der Wahrnehmung des szenischen Verstehens, die Gegenübertragung, kann gemäß dieser Prämisse ebenfalls anhand entwicklungspsychologischer Konzepte differenziert werden. Im Artikel werden Kriterien herausgearbeitet, die für den Umgang mit der Gegenübertragung von Bedeutung sind: die Aufrechterhaltung der Differenzierung zwischen Selbst und Objekt in der analytischen Beziehung sowie die Verknüpfung von alterstypischen Konflikten und Phantasien mit Gefühlen, die mittels der Gegenübertragung fassbar werden. Am Beispiel des Integrationsprozesses traumatischer Erfahrungen wird gezeigt, dass der Gegenübertragung eine Indikatorfunktion im Erkennen des Integrationsgrades traumatischer Erfahrungen zugeschrieben werden kann und sie Aussagen zum Strukturniveau des Patienten erlaubt.