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Lesbisch, schwul, bi, trans- und intergeschlechtlich - die Akzeptanz gegenüber gelebter Vielfalt in Bezug auf die sexuelle Identität scheint in den westlichen Industrieländern höher denn je. Gleichwohl lässt die aktuelle Debatte um die Behandlung des Themas »Sexuelle Vielfalt« im Schulunterricht Zweifel an der Haltbarkeit der Toleranz aufkommen. Eine Tagung an der International Psychoanalytic University Berlin (24./25. 1. 2014) stellte nun die Frage nach der »Sexuellen Differenz«, um den kleinen Unterschied anhand von Beiträgen aus Genderforschung, Psychoanalyse und Kunst neu zu bestimmen.
Der Topos der »geschlechtlichen Vielfalt« wirft insbesondere aus psychoanalytischer Sicht die Frage auf, welchen Erkenntnismehrwert es habe, der sexuellen Differenz beliebig viele Spielarten geschlechtlicher Identität hinzuzufügen. Zur Einführung wies Insa Härtel (Berlin/Hamburg) daher auf das schwierige Verhältnis von Geschlechterforschung und Psychoanalyse hin, deren Gründe auch in der Ablehnung psychoanalytischer Theoreme aufgrund der strittigen Weiblichkeitskonzeption Freuds liegen. Ungeachtet dessen verbinde beide Bereiche jedoch auch das Interesse an einer Hinterfragung und Auflösung sowohl stereotyper als auch neo-patriarchaler Konzeptionen von Sex und Geschlechtlichkeit. Psychoanalyse biete überdies die Chance, die Geschlechtsidentität von Subjekten vor allem als eine sexuelle Differenzerfahrung kenntlich zu machen. Gerade diese Bedeutung des Sex wurde mit dem Aufkommen von Gender relativiert. Zwar interessierte sich Gender durchaus für die Erforschung sexueller Praktiken, allerdings verschwand die Auffassung, darin den zentralen Bezugspunkt der Identitätsbildung von Individuen zu sehen. Was an oder in Gender nicht aufgehe, könne man etwa mit Laplanche in Richtung des sogenannten »Sexualen« denken - ein Neologismus, der zum Ausdruck bringt, dass Sexualität, psychoanalytisch verstanden, polymorph ist, beherrscht von den Phantasien, dem Unbewussten. Die psychoanalytische Auff