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Die Auseinandersetzung mit dem Problemfeld Pluralität versus Pluralismus hat in den aktuellen Diskursen erhebliche Relevanz und Brisanz - sowohl in der Philosophie und Wissenschaftstheorie als auch in der Psychoanalyse. Diejenigen, die die Vielfalt unbedenklich finden oder sogar euphorisch dafür eintreten, sprechen zumeist von Pluralismus; diejenigen, die skeptischer eingestellt sind, von Pluralität und die kritisch, ja pessimistisch Eingestellten von einem Zustand der Babylonisierung und von Fragmentierung (vgl. Münch, Munz & Springer 2010).
Jahrzehntelang war unser Denken über Erkenntnis, Wahrheit und Wissenschaft von den Leitvorstellungen geprägt, dass es nur »eine Wahrheit« und »eine Realität« gibt und geben kann, mag sie auch noch so schwer zu erkennen sein; dass die Wissenschaften eine »Einheit« bilden und ihre Erkenntnisse in ein übergreifendes »System« eingeordnet werden können; und dass sich wissenschaftliche Erkenntnisse nach einem linearen Modell evolutionären Fortschritts entwickeln. Der Erkenntnisfortschritt bestehe aus einer fortwährenden Folge des Einfügens von »neuen« Beobachtungstatsachen in die aus früherem Wissen gebildeten Hypothesen (Akkumulationstheorie der Wissenschaftsgeschichte).
Seit den 1980er Jahren haben Denker der Postmoderne und des Konstruktivismus eine wissenschaftstheoretische Wende initiiert, die unsere bisherigen an Wahrheit, Realität, Objektivität und Vernunft orientierten Denkgewohnheiten nachhaltig erschüttert hat (vgl. Rheinberger 2007; Walach 2009). Die Option der Postmodernen galt der Pluralität - von Lebensweisen und Handlungsformen, von Denktypen und Sozialkonzeptionen, von Orientierungs-systemen