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Beim Versuch, einen Zugang zum sog. Strukturmodell (Freud 1923b) zu finden, ist die Autorin darauf gestoßen, dass unser Verständnis dieses Modells vom Re-Import der Psychoanalyse aus den USA geprägt sein könnte, zu dem es in der BRD nach dem Zweiten Weltkrieg kam. Dabei erlebte das Strukturmodell einen Bedeutungswandel, dessen Umrisse hier beschrieben werden. Danach wendet die Autorin sich der Frage zu, welche klinischen Gründe Freud dazu bewogen haben könnten, das Strukturmodell einzuführen. Sie konzentriert sich auf zwei Phänomene: auf die von Freud 1923 nicht erwähnten Strafträume und auf die von ihm in den Mittelpunkt gestellten unbewussten Schuldgefühle. Es wird dargestellt, warum diese Phänomene, genauer: die Veränderung ihrer Deutung, eine so weitreichende Revision der Theorie, wie das Strukturmodell sie impliziert, zur Folge hatte. Der entscheidende Wendepunkt war ihres Erachtens der Wandel von Freuds Blick auf das Psychische, der sich ihm in den Jahren zwischen 1915 und 1918 aufgedrängt und ihn zur Konzeption von Jenseits des Lustprinzips und von Das Ich und das Es mit angeregt hatte.