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Es handelt sich um eine umfangreiche Studie über das Leben nach der Shoah und politischer Verfolgung in der ersten, zweiten und dritten Generation. Der Autor ist Psychologe und Psychoanalytiker, Privatdozent an der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien, Mitglied im »Neuen Lacanschen Feld Österreich« und arbeitet in freier Praxis in Wien und Salzburg. Allein schon das umfangreiche Literaturverzeichnis, das durch Untersuchungen über transgenerationelle Traumatisierungen nach dem Holocaust ausgewiesene Forscher (, , , , , ) aufführt, zeigt, dass das Thema aus psychoanalytischer Perspektive vielfältig bearbeitet wurde. Es ist also die Frage, welche neuen Erkenntnisse diese Veröffentlichung bringt.
Berichtet wird über acht von dreizehn Interviews unterschiedlicher Länge (zwischen 45 und 120 Minuten) während einer dreijährigen Studie mit Angehörigen der ersten, zweiten und dritten Generation einer Familie (fünf Verfolgte aus antisemitischen, drei aus politischen Gründen), teils zusammengefasst, teils mit wörtlichen Zitaten; Letztere sind durch die individuelle »Notation des Gesprochenen und des Sprechduktus« (S. 40f.: Hinweise auf Unterbrechungen, Brüche, unverständliche Wörter oder Passagen, wörtliche lautmalerische Transkriptionen, Tonhöhe und Tonstärke) schwer lesbar, solange man sich nicht in das System eingearbeitet und es ständig präsent hat. Das ist mühsam, und zudem ist fraglich, ob sich die Mühe lohnt, da die Interpretation des Mitgeteilten sich weitgehend an den berichteten Erfahrungen, Erlebnissen und der reflektierten Subjektivität (S. 11), z.B. der Gegenübertragung des Interviewers, orientiert. Das Hauptanliegen ist, wie es im Vorwort (Ottomeyer, S. 13) heißt, das Unsagbare »mitteilbar zu machen«, »Lebensorientierung« und »Antworten im Kampf um eine bessere Welt« zu finden.