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Die Schweizer Psychotraumatologin Rosmarie Barwinski stellt mit ihrem Buch eine Sammlung von Aufsätzen vor, die einen umfassenden Überblick über Erwerbslosigkeit als traumatische Erfahrung und Möglichkeiten therapeutischer Intervention verspricht.
In seinem Vorwort regt Gottfried Fischer zur Selbstreflexion über die eigene Haltung zur Thematik ein. Im Gegensatz zur Opferbeschuldigung und der komplementären Selbstbeschuldigung der Opfer plädiert er für eine Haltung im Sinne eines »Wir, das Ich, und Ich, das Wir ist« (S. 11). Hier lehnt er sich an Hegels Begriff des »Geistes« in dessen Phänomenologie des Geistes an und sieht diese Haltung auch im Buch realisiert. Entsprechend betont Barwinski in ihrer Einleitung das Phänomen »Erwerbslosigkeit« als »ein man-made desaster - eine von Menschen hervorgerufene belastende Lebenssituation« (S. 17). Daher ist der Band nicht nur an psychologische Fachleute und Berater, sondern auch an Personengruppen wie Politiker, Arbeitgeber oder Arbeitslose selbst gerichtet.
Im ersten Teil, den »Grundlagen«, erörtert Barwinski die Kennzeichen der sozialen Situation der Betroffenen und die psychischen Folgen der Erwerbslosigkeit. Objektive, durch den Wegfall der Funktionen der Arbeit entstehende Situationsfaktoren und die daraus resultierenden zusätzlichen Belastungen interagieren mit den jeweiligen subjektiven Faktoren, die hier als spezifische Vulnerabilität der Betroffenen zutage treten. Die klassischen Studien von Jahoda & Lazarsfeld reichten in ihrer Aussagekraft nicht mehr aus, um Erwerbs- oder Arbeitslosigkeit zu erklären. Auch spätere quantitative Untersuchungen konnten »der Heterogenität der Untersuchungsgruppe nicht gerecht werden« (S. 19). Daher plädiert die Autorin für die Fallanalyse als optimale Form, um Erwerbslosigkeit in ihrer jeweiligen Komplexität und ihrer psychologischen Dimension erschöpfend darzustellen. So ist der zweite Teil des Sammelbandes, in den eindrucksvolle Falldarstellungen eingebettet sind, den »Gruppen von Er