You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Arbeit beschäftigt sich mit frühen Trennungstraumatisierungen bei Migrantenkindern, die, in Deutschland geboren, im frühen Säuglingsalter zwischen dem 6. und dem 12. Monat von den Eltern getrennt und bei Verwandten abgegeben wurden. Je nach wirtschaftlicher Situation der Eltern wurden diese Kinder später nach Deutschland zurückgeholt, um spätestens im Schulalter wieder in das Ursprungsland zurückgeschickt zu werden. Diese Trennungserfahrungen mussten von den Kindern ohne Primärobjekte ausgehalten und bewältigt werden. Später, nach der Familienzusammenführung, trafen diese Kinder in der Regel nicht auf verständnisvolle Eltern, sondern auf emotional vereiste, zwar funktionstüchtige, aber fordernde, abweisende Eltern. Dies führte zur Bildung von kumulativen Traumata. Anhand eines Fallbeispiels sollen diese Traumatisierungen deutlich gemacht werden. Dabei zeigt sich, dass hinter einer äußerlichen Fassade sozialer Angepasstheit viel - katastrophische - Angst lauerte. Sehr bald wurden die archaische destruktive Wut sowie die Brüchigkeit in den Beziehungen deutlich. Beides behinderte bzw. bedrohte existenziell die Lebensgestaltung des Patienten. Welche Möglichkeiten nun stehen der Seele zur Verfügung, diese elementaren Traumatisierungen zu verarbeiten?