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In den letzten Jahren machen zunehmend mehr deutsche Psychoanalytiker Gebrauch von der von Laplanche (1988, 1996, 2004) entwickelten Theorie, wonach ein libidinöses Bedürfnis im Unbewussten erst durch die »rätselhaften Botschaften« der Mutter implantiert werde, rätselhafte Botschaften, die den unbewussten erotischen Bedürfnissen der Mutter entstammen und die sich bei der mehr oder weniger liebevollen Pflege des Kindes unweigerlich entfalten (Müller-Pozzi 2008, 2010, 2014; Quindeau 2008, 2014; Stark 2009; Hock 2012, 2013). Besonders deutlich wird die Hervorhebung der »rätselhaften Botschaften« im Gegensatz zu Freuds Triebbegriff bei Müller-Pozzi, der kürzlich schrieb:
»Erst durch den hormonellen Schub in den Umgestaltungen der Pubertät wird der 〉Trieb〈 zum 〉Grenzbegriff zwischen Seelischem und Somatischem〈, wie ihn Freud (1915c, S. 214) definiert hat, zum psychischen Repräsentanten 〉der aus dem Körperinneren stammenden, in die Seele gelangenden Reize […]〈. Laplanche spricht vom wiedergefundenen Instinkt« (Müller-Pozzi 2014, S. 326f.).
Obwohl Laplanche sich grundsätzlich von der Psychoanalyse Lacans entfernt hat, erinnern seine Erörterungen zum Trieb doch noch sehr an Lacan, der die Quelle unbewusster Prozesse im Einfluss des Vaters - des »Anderen« schlechthin - ausmacht, des Anderen, der die mütterlich-kindliche Einheit stört und sich so in die psychische Matrix als Zeichen einschreibt. Sowohl bei Lacan als auch bei Laplanche beginnen die der Psychoanalyse zugänglichen Prozesse in einer Interaktion des noch ganz unstrukturierten Selbst mit der Außenwelt. Sie werden damit kaum mehr wie bei Freud letzten Endes auf Triebe zurückgeführt, die eine »konstante Kraft« (Freud 1915c, S. 212) darstellen, »ein Maß der Arbeitsanforderung, die dem Seelischen infolge seines Zusammenhangs mit dem Körperlichen auferlegt ist« (S. 214).
Ich habe nie ganz verstanden, worin der große Vorteil bestehen soll, das Konzept der psychischen Kräfte auf das rein Geistige zu beschränken, das auf das