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Michael Šebeks Text zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er die Psychodynamik der Verdrängung äußerer Realität unter den Bedingungen totaler Herrschaft in der komplizierten Entwicklung der Psychoanalyse in der Tschechoslowakei darstellt. Es ist zu hoffen, dass er einen Schritt weiter zu einem Forum darstellt, auf dem sich deutsche und tschechische Analytikerinnen und Analytiker austauschen können.
Sicher wird Michael Šebeks Publikation später als historische Quelle dienen, so dass es uns ratsam erscheint, einige Fakten zu ergänzen und Aussagen, die missverständlich aufgenommen werden könnten, zu korrigieren. Wir diskutieren nicht die allgemeinen historischen Fragen, die im Aufsatz aufgeworfen werden: z.B. die Parallelisierung der Zugehörigkeit Tschechiens zur Habsburger Monarchie mit der Besetzung durch Nazideutschland und die Sowjetunion oder die Teilnahme der DDR bei dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten nach dem Prager Frühling am 21. August 1968 (S. 239f., S. 245; vgl. Otto 2002).
Unsere Ausführungen beziehen sich speziell auf die Entwicklung der Psychoanalyse in der Tschechoslowakei.
Otto Fenichel wurde von Sigmund Freud 1935 um Unterstützung der »Arbeitsgemeinschaft für das Studium der Psychoanalyse« in Prag gebeten und kam nicht aus Veranlassung des Konflikts mit Wilhelm Reich nach Prag.
Auch Theodor Dosužkov gehörte zu dieser AG. Er hatte seine Ausbildung in dieser Gruppe gemacht und wurde von ihr im Jahre 1934 als Mitglied aufgenommen. Auf dem 14. Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Marienbad 1936 wurde er persönliches Mitglied der IPV.
N.E. Ossipow konnte keinen Kontakt zu Fenichels Prager Gruppe haben, da er seit 1931 schwer an Myokarditis erkrankt und bereits vor Ankunft Fenichels