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Boll-Klatt und Kohrs, beide im Unterricht von Psychoanalytikern und psychodynamischen Psychotherapeuten erfahren, haben eine Synopsis des aktuellen Standes von Theorie und Praxis des Faches entworfen. Sie soll angehenden Psychotherapeuten den Einstieg in die Komplexität des Stoffes erleichtern. Das ist ein gleichermaßen hochgestecktes wie ehrenwertes Ziel. Die Realität des Unterrichts und die Unzufriedenheit der Auszubildenden mit den bisherigen Darstellungen psychodynamischen Wissens haben dieses Unternehmen in gleicher Weise gefordert wie sichtlich gefördert. Man kann das Ergebnis vorwegnehmen: Das zu besprechende Buch ist bemerkenswert in mehrfacher Hinsicht. Es ist durchgehend von hoher Anschaulichkeit der Darstellung, es ist über die Darstellung hinaus gezielt um Vermittlung an den Leser bemüht und es leistet diese Vermittlung mit erstaunlicher Übersicht und Kompetenz. Wo an anderer Stelle fände man eine solche Synopsis der historischen und aktuellen Strömungen psychoanalytischen bzw. psychodynamischen Denkens?! Und wo wäre darauf Wert gelegt, dass diese nicht nur dem Erfahrenen, sondern auch dem Anfänger im Fach nachvollziehbar werden? Die Praxis der psychodynamischen Psychotherapie ist ein Lehrbuch im besten Sinne, ohne dass dieser Begriff bemüht wird.
Der 500 Seiten starke Band ist durchgängig nach heutigem editorischem Stand gegliedert: jedes Kapitel mit vorangestelltem Inhaltsverzeichnis, untergliederter Darstellung des Themas, kritischer Bewertung und Zusammenfassung. Vertiefende Lektüre wird angegeben, eine Bibliographie mit ca. 600 Referenzen und ein sorgfältig gegliedertes Sachregister bilden den Abschluss. Freud ist der bei weitem am häufigsten zitierte Autor, was jeden Psychoanalytiker nur freuen kann. Die Sachthemen sind mit einer Ausnahme von den beiden Autoren jeweils einzeln erarbeitet, aber sichtlich aufeinander abgestimmt. In jedem Kapitel wird der Praxisbezug verdeutlicht, eine durchgängige klinische Veranschaulichung, von Fallvignetten bis zu