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Die psychoanalytische Theorie des Wünschens hat für das Verständnis von Traum und Phantasie, Beziehung und Übertragung, Spannungsregulierung und Befriedigungsaufschub stets Bedeutung gehabt. Das Denken und Reden im Wunschzusammenhang ist so alltäglich, dass die Untersuchung sich zu erübrigen scheint. Was aber geht vor, wenn der eine dem anderen eine gute Reise wünscht, wenn man in Sorge und Angst ein Stoßgebet zum Himmel schickt? Warum schickt eine gekränkte Person, die sich nicht wehren kann, einen Fluch gegen den Beleidiger? Hilft es, wenn man in der Trauer um einen Verlust den geliebten Menschen lebendig zurückwünscht? Und wie steht es mit destruktiven und bösen, abgewehrten und unbewussten Wünschen? Sind sie funktional im psychischen Haushalt? Hängen Traum und Wunsch doch enger zusammen, als viele moderne Traumkonzepte annehmen? Sind Wünsche moralisch? Gibt es moralische Wünsche? Wunsch und Märchen, Wunsch und Literatur: Ist das eine ohne das andere überhaupt denkbar? Das Buch Wenn doch nur - ach hätt ich bloß. Die Anatomie des Wunsches aktualisiert die psychoanalytische Wunschtheorie, auch im neurowissenschaftlichen Bezug, und greift diese wie auch weitere Themen im Dialog der Disziplinen auf.
Die Märchenzeiten, »als das Wünschen noch geholfen hat«, sind nicht vergangen. Schon der erste Beitrag, »Verlangen, Begehren, Wünschen«, zeigt, dass das Wünschen hilft. Es befreit aus dem Verlangen nach der nächsten Zigarette oder dem zweiten Glas Wein in die Freiheit des Spiels, es befreit von der gebieterischen Macht des Begehrens und gibt unseren Sehnsüchten eine besondere Aura. Das Verlangen ist dranghaft und verschlingt das Objekt, das Begehren verzehrt sich nach dem verborgenen Schatz. Der Wunsch aber verwandelt die Welt und beschert einen eigenen Genuss. Brigitte Boothe zeigt uns, dass Verlangen und Begehren diktatorisch sind. Sie sind getrieben vom Mangel, der Wunsch aber befreit vom Taumel des Augenblicks. Eine Freiheit, die allerdings auch die Gefahr in sich birg