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Dieser Band ist einer der ersten, die in der von Cord Benecke, Lilli Gast, Marianne Leuzinger-Bohleber und Wolfgang Mertens herausgegebenen Reihe »Psychoanalyse im 21. Jahrhundert. Klinische Erfahrung, Theorie, Forschung, Anwendungen« erschienen sind, die insgesamt 30 Bände umfassen soll. Auch wenn für die Herausgeber »die klinische Situation mit ihren spezifischen Methoden und Kenntnissen der Ursprung psychoanalytischer Erkenntnisse ist«, betonen sie in ihrem Geleitwort sowohl die Bedeutung, die implizite Konstrukte aus den Nachbarwissenschaften für die Psychoanalyse haben, als auch die Notwendigkeit eines interdisziplinären Austauschs. Dass beides zur Klärung psychoanalytischer Kontroversen beitragen kann, belegt dieser Band auf überzeugende Weise.
Alfred Schöpf, emeritierter Professor für Philosophie der Universität Würzburg und praktizierender Psychoanalytiker und Lehranalytiker (DGPT) am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Würzburg, hat schon in seinen früheren Publikationen Sigmund Freud , Unbewusste Kommunikation. Der interne Diskurs des Gewissens und der externe der Gesellschaft , Die Widerkehr der Rache. Eine Hermeneutik der Macht und in weiteren Arbeiten gezeigt, wie fruchtbar es sein kann, Philosophie und Psychoanalyse miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Fragestellung, die er jetzt verfolgt, ist jedoch umfassender, sie zielt auf die philosophischen Grundlagen der Psychoanalyse, also darauf, um welche Art von Wissenschaft es sich dabei handelt und wie diese begründet werden kann. Er geht davon aus, dass der maßgeblich von Kant formulierte Anspruch der Aufklärung, geprüfte Erkenntnis von ungeprüfter Meinung zu unterscheiden, auch für die Psychoanalyse gilt. Bemerkenswert ist dabei, dass die Psychoanalyse heute nicht mehr vor den Richterstuhl der Philosophie treten muss, um sich wissenschaftlich zu legitimieren, wie z.B. noch bei Karl Popper, der sie der Unwissenschaftlichkeit für schuldig befand, sondern dass sich hier beide Wissenschaften im