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Die Reihe »Internationale Psychoanalyse« mit ausgewählten Arbeiten des International Journal of Psychoanalysis ist eine wahre Fundgrube, bei der das Bedauern, nie dazu zu kommen, englische Artikel zu lesen, aufgewogen wird durch die Freude, die interessantesten dieser Arbeiten auf Deutsch lesen zu können. Nun liegt also der Band 8 vor mit dem Schwerpunkt »Weiblichkeit und Schöpferisches«.
Die erste Arbeit von Dana Birksted-Breen, der Herausgeberin des International Journal, behandelt unter dem Titel »Sich Zeit nehmen« das häufige Problem der Sackgassen, in die man mit Patienten geraten kann, die in der Analyse die Fähigkeit zu symbolischem Denken verlieren und die - »konkretes Denken zieht konkretes Denken an« - den Analytiker damit anstecken.
Es gibt offenbar kaum Arbeiten, die sich mit der unbewussten Bedeutung von Tätowierungen in laufenden Analysen beschäftigen. Uta Karacaoglan hat genau dies in ihrer tiefgründigen Arbeit »Tattoo und Tabu. Zur Bedeutung von Tätowierungen im analytischen Prozess« getan. Sie versteht den Akt des Sichtätowieren-Lassens, das Herstellen einer artifiziellen Dermatitis, als Darstellung eines in der Analyse aktivierten schmerzhaften Mangels, der durch eigene Aktivität wiedergutgemacht wird. Der Mangel entsteht an Stellen in der Behandlung, an denen die Unsicherheit über die Verfügbarkeit und Kontrollierbarkeit der Analytikerin unerträglich wird, die damit verbundenen Verlassenheits- und