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Im Gefolge von Freud war die Psychoanalyse lange Zeit mit seelischem Material beschäftigt, das zwar unbewusst sein konnte, aber doch psychisch repräsentiert war und im Akt der Bewusstwerdung auch verbalisiert werden konnte. Triebrepräsentanz, Vorstellungsrepräsentanz, Wort- und Sachvorstellung sind die Begriffe, mit denen Freud das Schicksal der den Trieb repräsentierenden Vorstellungen beschrieb, wie z. B. deren Verdrängung aus dem Bewusstsein, die Verschiebung der Besetzung auf andere assoziativ damit verbundene Vorstellungen oder Ersatzbildungen. Vorstellungen waren für Freud im Grunde Besetzung von Erinnerungsspuren.
Ich kann hier nicht auf die Geschichte des Begriffs der mentalen Repräsentation in der Psychoanalyse im Einzelnen eingehen - schon Heinz Hartmann hatte die Einführung des Begriffs der Selbstrepräsentanz vorgeschlagen -, sondern möchte eine Konzeption herausgreifen, die besondere Bedeutung erlangt hat. Joseph Sandler und Bernard Rosenblatt haben 1962 das Konzept der Repräsentanzenwelt eingeführt. Es wurzelt neben anderen in Arbeiten von Piaget und in Edith Jacobsons Konzept der Selbst-Repräsentanzen. Anstöße kamen aber auch durch die kognitive Wende der Psychologe in den frühen 1960er Jahren (Fonagy 2005). Damit erhielt der psychoanalytische Begriff der Repräsentanzen vermehrt Aufmerksamkeit und wurde anschlussfähig für angrenzende Wissenschaften. Eine wichtige Unterscheidung, die Sandler einführte, war die zwischen dem »erlebnishaften« Inhalt der Repräsentanz und dem »nicht-erlebnishaften« Anteil (Sandler 1990; Sandler & Sandler 1999 [1998]). Zwischen beiden war bis dahin in der Psychoanalyse kaum unterschieden worden. Der letztere Anteil hat für den ersteren eine organisierende Funktion. Er gibt dem subjektiv Erlebten Form. Innere Objekte sind gleichsam »dynamische Schablonen«, die aus der subjektiven bewussten und unbewussten Erfahrung hervorgehen, aber in der Folge wiederum in einem komplexen Austausch mit der weiteren subjektiven Erfahrung stehen