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Bekanntlich bilden innovative, kreative Einfälle des Analytikers in der Übertragungssituation oft den entscheidenden ersten Schritt, um im Körper des Analysanden zwar Präsentes, aber nicht Re-Präsentiertes in Bilder und Sprache zu fassen. In der analytischen Literatur werden diese spontanen Einfälle oft metaphorisch umschrieben als »turning point« der Behandlung, als »meeting of the minds« oder »now moments« etc. Doch liegen bisher kaum plausible Erklärungsmodelle für das Zustandekommen solcher Einfälle vor. Wie in dieser Arbeit diskutiert wird, entwickelte die Embodied Cognitive Science in den letzten Jahren interessante Konzeptualisierungen von Gedächtnis und Erinnerungen, indem sie sich vor allem von den sogenannten »Life Sciences«, der Biologie, der Genetik, der empirischen Entwicklungsforschung und den modernen Neurowissenschaften, anregen ließ. Der Modellvorstellung des »Embodiments« zufolge bilden sich erste, unbewusste Verstehenskategorien mit Hilfe des sogenannten Spiegelneuronensystems in Interaktionen des Subjekts mit der Umwelt aufgrund sensomotorischer Koordinationen, d.h. »automatisch«, nicht zentral gesteuert, selbstregulativ und »embodied«. Ein Fallbeispiel illustriert, wie das unbewusste »Verstehen« der traumatischen Hintergründe des bizarren Verhaltens einer Patientin im Erstinterview zwar spontan in den heftigen Gegenübertragungsreaktionen der Analytikerin zum Ausdruck kam, aber erst im dritten Jahr der Psychoanalyse, aufgrund einer tragenden analytischen Beziehung, zu den ersten bewussten, spezifischen Einfällen der Analytikerin führen und damit die Durcharbeitung der traumatischen Erfahrungen in der analytischen Beziehung initiieren konnte.