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Zwischen dem Körper und der Sprache liegt das Spannungsfeld, in dem Freud die Psychoanalyse entwickelte. Gleichwohl schloss er im psychoanalytischen Setting das Körperliche weitgehend aus und zentrierte es auf den Austausch mit Worten. Demgegenüber betont Joachim Küchenhoff in seinem Buch Körper und Sprache die Bedeutung des Körperlichen im psychoanalytischen Erkenntnisprozess aus theoretischer und klinischer Sicht. Die Neuauflage ergänzt den Band aus dem Jahr 1992 um weitere sieben Kapitel mit klinischen und kulturwissenschaftlichen Ausführungen.
Küchenhoffs Körperdiskurs beginnt mit einer kulturhistorischen Anthropologie von der Antike bis zur Gegenwart, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass es die Geschichte des Körpers nicht gibt, insofern als alle Vergewisserungen des Körpers unabgeschlossen und ungenügend bleiben. Erst der psychoanalytische Triebbegriff ermöglicht ein differenzierendes Verständnis für die Übergänge von Natur und Kultur, Körper und Sprache. Unterdessen habe Freud Triebschicksale just anhand von »Krankengeschichten« erforscht, weil sich hier leibliche Individualität sprachlich ausdrückte - verstanden als jene Spuren leiblicher Einschreibungen intersubjektiver Erfahrungen, die zum Teil tief in der Kindheit verborgen sind. Freuds Festlegung, wonach das Ich zunächst ein körperliches sei und zeitlebens auf den Körper bezogen bleibe, akzentuiert in Küchenhoffs Verständnis des Körperlichen nicht zuletzt die Bedeutung des leiblichen Einheitserlebens von Körper und Seele vor dem reflexiven Selbstbezug. Derweil ist, wie der Autor anmerkt, diese Dichotomie von Körper und Sprache auch in der psychoanalytischen Schulenbildung bzw. in ihrer tendenziellen Parteinahme für das Ich oder das Es auffindbar.
Da es Küchenhoff um ein umfassendes Verständnis des Körpererlebens geht, lässt er die verschiedenen analytischen Perspektiven gleichberechtigt mit Ideen aus der Philosophie und der Kulturwissenschaft korrespondieren. Zu den geeigneten Versuchen, der »fundamentalen A