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Das Spektrum der Falldarstellungen, die Franziska Henningsen in ihrem Buch präsentiert, reicht von der Arbeit mit kranken Kindern und kranken Müttern, die unter Todesängsten leiden, über die Auswirkungen von Trennungstraumata
und Gewalterfahrungen in der Kindheit bis zu den Folgeerscheinungen von Gewalterfahrungen durch Folter und Krieg.
In einem konzis geschriebenen einleitenden Kapitel mit dem Titel »Vom Einriss im Ich« zeichnet Henningsen die Entwicklung der Trauma-Konzepte in der Psychoanalyse seit Freud nach. Es waren die katastrophalen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges, die die Pioniere der Psychoanalyse dazu brachten, sich erneut mit der menschlichen Destruktivität und den Folgen von traumatischen Erlebnissen zu befassen. Der 5. internationale psychoanalytische Kongress 1918 in Budapest traf mit seinem Tagungsthema »Zur Psychoanalyse der Kriegsneurosen« den Nerv der Zeit. In der Folge gerieten in den Theoriediskussionen der Psychoanalyse die traumatischen Ursachen gegenüber triebbedingten Konflikten wieder in den Hintergrund. Eine Ausnahme war Sándor Ferenczi in Budapest, der überzeugt war, dass das traumatische Moment in der Entstehung der Neurosen vernachlässigt wird. In seinem Aufsatz über die »Sprachverwirrung zwischen den Erwachsenen und dem Kind« (1972 [1933]) setzte er sich mit dem Einfluss der äußeren Realität auf die Beziehung zwischen Analytiker und Analysand sowie zwischen den Eltern oder anderen Bezugspersonen und dem Kind auseinander. Er hat viele spätere Erkenntnisse der Trauma-Forschung vorweggenommen, fand allerdings damals keine Anerkennung. Henningsen betont, dass sich die psychoanalytische Erkenntnis stets im Spannungsfeld zwischen innerer und äußerer Realität bewegt. Sie bezieht sich in diesem Zusammenhang vor allem auf Arbeiten von Bohleber, Grubrich-Simitis und Oliner und plädiert dafür, psychische Traumata stets in eine Persönlichkeitsentwicklung eingebettet zu verstehen, die wiederum im Rahmen des Konfliktmodells verstanden werden k