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Das Thema »Lehranalyse« wird schon lange kritisch diskutiert. Aktuell hat Kernberg empfohlen, das »System der Lehranalyse« abzuschaffen, und seine schon früher geäußerte Kritik an der psychoanalytischen Ausbildung erneuert. Gerlach und Zepf folgen ihm darin und betonen, wie problematisch die Verstrickung der Lehranalyse in die Ausbildungsinstitution ist. Sie plädieren dafür, die verschiedenen Bereiche der Ausbildung klar voneinander zu trennen. Die aktuelle Kritik ist jedoch teilweise in sich widersprüchlich, und sie widerspricht nicht nur der Erfahrung, dass Lehranalysen gelingen können, sondern auch neueren empirischen Befunden (Wiegand-Grefe & Schumacher, Barthel et al.), die zeigen, dass die Ausbildungskandidaten mit ihrer Lehranalyse selbst meist sehr zufrieden sind. Hat sich im institutionellen Umgang mit der Lehranalyse in den letzten Jahren etwas verändert? Das schwierige Verhältnis zwischen Lehranalyse und Institution wird hier anhand zweier Grundfragen diskutiert. Was bedeutet es, dass Lehranalysen Analysen sind, die im institutionellen Kontext stattfinden? Daraus ergibt sich eine weitere wichtige Frage: Wie mächtig sind Lehranalytiker? In der Diskussion des Spannungsverhältnisses zwischen Lehranalyse und Institution stoßen wir auf Paradoxien, die uns damit konfrontieren, dass wir einige dieser Widersprüche als unaufhebbar bzw. gegeben akzeptieren müssen, während wir andrerseits nicht daran vorbeikommen, weiter darüber nachzudenken, was wir verändern könnten, damit die Lehranalysen zu einer besseren Grundlage für die spätere berufliche Identität von Psychoanalytikern werden.