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Die vorliegende Arbeit von Andreas P. Herrmann greift die lange und kontroverse Diskussion um einen zentralen Aspekt der psychoanalytischen Ausbildung auf, die in der deutschen Psychoanalyse mit teilweise großer Heftigkeit und persönlichen Angriffen geführt wurde und gerade jetzt aktuell in der DPV erneut aufgekommen ist (u. a. Thomä 1991; Beland 1992; Schneider 2007; von Klitzing 2014; Blass 2014). Der Eindruck erscheint gerechtfertigt, dass sich gerade an der Institution Lehranalyse ein explosiver, nicht ausreichend verstandener Kernkonflikt manifestiert, der ein erhebliches, durchaus auch zerstörerisches Spaltungspotential beinhaltet - erwähnt sei in diesem Zusammenhang die Arbeit von M. Target, die mit Weinshel vermutet, dass es kaum ein Gebiet innerhalb der Psychoanalyse mit so wenig Konsens und so viel Kontroversen gibt (Target 2001). Die Lehranalyse als institutionalisierte persönliche Analyse scheint eine der »heiligen Kühe« der Psychoanalyse zu sein, die entweder verehrend gehütet oder geschlachtet werden muss; die religiöse Konnotation ist offensichtlich, zumal es gerade bei dem Thema der Lehranalyse viel um Glauben und Behauptungen und weniger um stabile und gründliche Empirie geht.1 Daher ist das erneute Thematisieren dieser brisanten Problematik zu begrüßen, zumal in der vorliegenden Arbeit ein sachlichreflektierender Duktus vorherrscht, ein recht umfassender Überblick über die vorliegende - überwiegend deutschsprachige - Literatur gegeben und der Versuch gemacht wird, den dichotomen Versuchungen (»Hüten um jeden Preis« oder »Schlachten«) zu widerstehen. Die zentrale These des Autors, dass nämlich die Beziehung von Lehranalyse und Institution paradox sei und dies zeige, dass es eine Illusion sei zu glauben, dass sich die Widersprüche im Verhältnis